Zuneigungen der Pandemie

- ein Essay über eine (un)klare biographische Kartierung in Rahmen einer Pandemie

Eine Pandemie öffnet uns die Möglichkeit die Trennung zwischen Kollektiv und Individuen zu hinterfragen. In Sozialabstand zu sein, zeigt uns radikal, wie wir voneinander abhängig sind, wenn man nicht ständig, mit sich selbst beschäftigen will. Kein sozialer Kontakt heißt keine Verbreitung der Krankheit, meint die westliche Wissenschaft. Auf sich aufzupassen bedeutet umgekehrt auf anderen aufzupassen und dadurch schützt uns die Solidarität. Solidarisch zu bleiben wird dann eine Bedingung für den Wohlstand (oder Überleben?!) von allen. Auf der Andere Seite wird anhand der Krise sichtbarer, wie das Leben bereits vor der Pandemie in einer Art freiwillige sozial Abstand lief. Der Egoismus des eigenen Wunsches herrscht Affekten, Planungen, Alltagen. In einem sogenannten Individualismus, das heilige Wort für einigen und verdammt für andere, kümmert sich jeden von uns um eigene Sachen. Arbeiten, Geld, vielleicht Familien und Freunden pflegen....