Zwischen Anne Headaway und dem doppelten Toeloop - Queerness in Rollsportarten

Kat Heß

 

Part 1 - Anfang - On a Roll

 

Ich erinnere mich ziemlich genau an den Tag als ich aus dem Kindergarten kam und meine Mutter und meine Schwester auf dem Sofa in unserem Wohnzimmer saßen, meine Schwester zornig und bleich, meine Mutter mit einem Blick, der von Besorgnis bis Belustigung alles hätte sein können.

Ich erinnere mich noch an den blauen Gips, der meiner Schwester bis zur Schulter hinauf reichte und an den Moment als ich dachte: "Oh fuck, jetzt bin ich dran!“

Zum kurzen Verständnis folgt hier eine praktische Rückblende:

Es ist, soweit ich mich erinnern kann, Sommer. Wir sind draußen. Ich zupfe mir die Stulpen zurecht. Meine Mutter steht am anderen Ende der Bahn, ruft irgendetwas, gestikuliert. Meine Schwester befindet sich unweit von mir entfernt. Wir tun, was was wir immer tun. Wir piesacken uns bis aufs Blut, bis jemand verletzt wird. Physisch oder psychisch spielt keine Rolle. Wir schnüren noch einmal fest, dehnen die Waden. Meine Schwester ruft plötzlich einen Satz, ich weiß an diesem Punkt noch nicht ob ich diesen Satz wieder aufgreifen und ihn erklären soll, seine Tiefe, seine Schwere und die absolute Wahrheit, die in ihm steckt. Vielleicht später. 

Ich werde wütend, so wütend, dass ich mich vom Rand abstoße und mit dem Kopf voran losfahre. Ich spüre den Luftzug und sehe wie meine Schwester ebenfalls losfährt. Sie denkt, sie könne mir entkommen, denkt sie sei schneller als ich, da sie schon längere Beine hat und auch schon um einiges länger als ich trainiert. Aber ich habe schon zu viel Fahrt aufgenommen. Ich weiß, dass ich nicht mehr bremsen kann, vielleicht will ich es auch nicht. Jahre später werde ich allen erzählen, dass ich mich an keine böse Absicht, nur an ein lustiges Fangenspielen unter Schwestern erinnern kann. Obwohl ich mich für immer schuldig fühlen würde, wegen ihres gebrochenem Arms und dem riesigen Gips, unter dem es ständig juckte, erinnere ich mich noch an die Wucht, den mein kleiner Körper auf Rollschuhen auslösen konnte. Und mir gefiel diese Wucht. 

Jahre später würde sich ein Kreis geschlossen haben, oder vielleicht auch nicht. Ich würde zumindest aber etwas kennenlernen,( wenn auch nur von fern) was dieser Wucht gerecht werden würde. Es würde noch mehr Faszinierendes dahinterstecken, als nur das Gefühl des Aufpralls und die Kraft, welche mein einzelner Körper ausüben kann. Etwas würde mich  dazu auffordern, mich auf die Suche nach Inszenierung und Safe Space zu begeben, nach Gewalt und Stärke, nach Habitus, Dehnbarkeit und Kampfschrei. 

Im Moment setzt es sich noch nicht ganz zusammen, ich bin jedoch überzeugt davon, dass sich am Ende dieses Texts ein Bild ergeben wird, was zumindest einige von euch, und vielleicht auch ich, verstehen werden.

Part 2 - Mama was a Rollin’ Stone 

 

Ich begann im Alter von drei Jahren mit dem Rollkunstlauf. Heute sagt meine Mutter oft, dass sie eigentlich wusste, dass dieser Sport nicht zu mir passte. Ich verstehe, was sie damit sagen will, auch wenn ich der Intention widerspreche.

Was sie nämlich sagen will ist, dass die mit dem Rollkunstlauf verknüpfte Geschlechterperformanz ihrer Meinung nach nicht damit übereinstimmte, wie ich mein Geschlecht performte. „Warsch halt immer unser Buebele“, sagt meine Mutter.

Dazu möchte ich anmerken, dass das mir bei der Geburt zugeschriebene Geschlecht weiblich* ist, und ich mich bis heute mehr oder damit identifizieren konnte, obgleich ein immer größer werdendes Bedürfnis in mir aufkommt, den Terminus „weiblich*“ zu hinterfragen. Wenn ich an meine Zeit auf Rollschuhen zurückdenke, dann gebe ich meiner Mutter erstaunlicherweise recht, es passte nicht zu mir. Ich versuche also herauszufinden, worin dieses „Nicht-Passen“ begründet liegt und  wieso es das Gefühl des Nicht-Hineinpassen im Sport überhaupt gibt. Ich frage mich, wieso ich glaube, dass es Sportarten gibt, die für mich weniger zugänglich sind und welche, von denen ich mich angezogen fühle. Was war diese Wucht, die ich als fünfjähriges Kind spürte? „Inwiefern ist Sport nicht nur ein Ort der Vereindeutigungen von Geschlecht sondern gleichzeitig auch ein Ort queerer Körper, Gesten und Kämpfe?“

 

Mit Anfang zwanzig erlebte ich eine Rollschuh-Renaissance. Auf der ständigen Suche nach Fähigkeiten, die ich zur Schau stellen konnte, die vielleicht sogar künstlerischen Wert hatten ( - ach, was ist denn dieser künstlerische Wert, auf dessen Suche sich so viele begeben?) Erinnerte ich mich dunkel an meine Kindheitsjahre, die ich auf Rollen verbrachte. Ich ging fälschlicherweise davon aus, die Fähigkeiten, die ich als Kind erlernt hatte, hätten sich in meinen Körper eingeschrieben, wären ohne Weiteres wieder abrufbar. Ich lag in der Annahme dieser Einschreibung falsch. Auf Ebay kaufte ich mir ein Paar Rollschuhe und um nicht nur mein Talent vorführen zu können, sondern auch noch hip dabei auszusehen, entschied ich mich für ein gebrauchtes Modell aus den 80er Jahren. Schwere, schwarzgelbe Skates, ein regenbogenfarbener Schriftzug darauf, mit dicken Rollen und abgenutztem Stopper. Ich war stolz und voller Vorfreude, als mich das Paket erreichte und ich zum ersten Mal die massiven Schuhe in der Hand hielt. Ich war bereit, bereit ein einverleibtes Wissen wieder abzurufen, denn wieso sollte es sich vom Fahrradfahren unterscheiden? Menschen beteuern mir bis heute, dass Fahrradfahren etwas sei, das nicht entlernt werden könne, aber ich schätze Undoing Fahrradfahr-Fähigkeit verhält sich anders als Undoing-Gender*, es ist um einiges leichter. Also Undoing-Fahrradfahren. Denn im Vergleich zur Performanz von Geschlecht, welches jeden Tag des Lebens, seit einer Geschlechtszuschreibung bei der Geburt praktiziert, wiederholt und perfektioniert werden muss,  bin ich um die Regelmäßigkeit des Radfahrens herum gekommen. Das Gleiche galt auch für meine Rollschuh-Fahrkünste. Ich hatte sie entlernt, oder zumindest, wie beim Radfahren, war ich unsicher geworden. Es war kein vertrautes Gefühl, ich konnte mich nicht auf mein körperliches Gedächtnis verlassen. Ich hatte über die Jahre nicht nur weniger Fahr-Erfahrung sondern auch mehr Ängste gesammelt. ( Wie treffend mir das beim erneuten Lesen vorkommt, denn die von mir sonst als gegeben betrachtete körperliche Einschreibung bröckelt nicht nur im Bezug auf mein Körpergefühl auf Rollschuhen. Was für ein„Gender Trouble!“)

 

 

 

 

Ich versuchte es also nach Jahren erneut, mein Körper hatte sich verändert und auch mein Gefühl zu ihm. Was sich nicht verändert hatte war die Wucht, die ich spürte als ich los rollte. Es war eine andere Wucht, vor Allem als ich bei meiner ersten nächtlichen Skate-Tour mit dem Fahrrad eines Freundes zusammenprallte und mir das Brustbein brach. 

Die Rollschuhe landeten erst einmal wieder in der Ecke, sie sollten eine Zeit lang nicht mehr berührt werden und dienten lediglich als Deko-Element und als Objekt der Angeberei: „Ja als Kind war ich Rollkunstläuferin und ich war auch wirklich gar nicht schlecht. Ich zeige dir gern ein paar Sprünge und andere Tricks, sobald sich die Gelegenheit bietet…“ Die Gelegenheit bot sich nie. 

Mein Körper und mein Begehren hatten sich verändert seit ich Kind war. Die Vorstellung meinen Körper in ein Kleid zu stopfen und vor einer meist männlich besetzten Jury eine Kür vorzutanzen, erschien mir eher weniger attraktiv (nicht dass ich das als Kind besonders genossen hätte, aber ich setzte mich nun an diesem Punkt meines Lebens besonders mit eigenem Begehren und Bedürfnissen auseinander) Dennoch wusste ich, dass es eben doch irgendwie „zu mir passte“. Trotz schmerzendem Brustkorb und der Monate andauernden Unfähigkeit mich von einer liegenden in eine sitzende Position zu bringen, dachte ich viel über die Wucht, viel über die Ästhetik von Körpern auf Rollschuhen und  viel über ein Zusammenspiel von Körpern und Bewegung, von Geschlechterperformanz, (sexueller) Identität und Sport und über Zugehörigkeit nach. War die Wucht nur durch das Brechen fremder und eigener Knochen zu erreichen und was war überhaupt dieses Verlangen nach Wucht, nach Schnelligkeit, nach (Em)Power(ment)?

 

 

Part 3: They see us rollin’, they hatin’

 

Wenn bei Google- Suche nach Vollkontaktsport im Zusammenhang mit Queerness gesucht wird, dann ergibt sich eine seitenlange Liste an Artikeln über Rollerderby.

„Roller Derby ist ein Vollkontakt-Teamsport, der auf Rollschuhen (Quad Roller Skates) auf einer ovalen Bahn und gegen den Uhrzeigersinn gespielt wird.“

„Der Vollkontaktsport, entwickelt im Chicago der 1930er Jahre vom Sportjournalisten Leo A. Seltzer, erlebte seine erste Hochphase in den 1970ern – als eine Art Wrestling auf Rollschuhen, mit aufwendigen Kostümierungen samt Glitzer und Netzstrumpfhosen, Gesichtsbemalung und plakativen Kampfnamen.“ 

Ich kam das erste Mal in Kontakt mit Rollerderby als ich eher zufällig den Film „Roller Girl“ aus dem Jahr 2009 sah. Roller Girl ist das Regie Debüt von Drew Barrymore, die damals so etwas wie eine Ikone für mich war. Der Film handelt von der 17-Jährigen Schülerin Bliss, gespielt von Elliot Page, die in einer texanischen Kleinstadt lebt und keine Lust mehr hat an Schönheitswettbewerben teilzunehmen, zu denen ihre Mutter sie drängt. Eines Tages rauschen ein paar coole junge Frauen* auf Rollschuhen durch den Laden, in dem sie arbeitet und Bliss schließt sich ihrem Roller Derby Team an. Der Film ist ein klassischer Coming-Of-Age Film der sich mit der ersten großen Liebe, Problemen mit den Eltern und dem Weg der Selbstfindung auseinandersetzt. 

Bliss findet in den sehr unterschiedlichen Frauen* des Roller-Derby Teams Halt, Unterstützung und Empowerment. Obwohl sich der Film nicht deutlich von anderen Coming-Of-Age Filmen dieser Zeit unterscheidet, war es die Mischung aus Liebe und Zusammenhalt unter den Frauen*, gemischt mit der Härte und Brutalität des Vollkontaktsports, die mich damals faszinierten. Ich erinnere mich, wie ich erstens das große Verlangen spürte selbst Teil einer derartig empowernden, supportenden Gruppe zu sein und zweitens überlegte, ob ich das hätte erreichen können, wenn ich dem Rollkunstlauf treu geblieben wäre. Bedeutet Teil eines Sport-Teams zu sein automatisch uneingeschränkter Zusammenhalt unabhängig von abled oder disabled Körpern, Gender, Race und sexueller Identität?

Beim Durchstöbern der Homepages unterschiedlicher Roller Derby Clubs , auf die ich bei meiner Google Suche gestoßen bin, wurde ausnahmslos deutlich, dass ein diskriminierungsfreier Raum die erste Prämisse beim Rollerderby ist und das Interessierte diesen Raum respektieren müssen, wenn sie Teil des Roller-Derby Kosmos werden möchten. Etwa auf der Seite der „Roller Grrl Gang", einem Roller Derby Verein aus Frankfurt am Main steht in einem eigenem Reiter zum Selbstverständnis der Gruppe Folgendes:

„ Selbstverständnis:

Durch unseren Sport möchten wir Frauen* einen Space geben sich gegenseitig zu stärken und ihre Erfahrungen zu teilen und sich damit zu empowern.

Wir sprechen Personen an, die aufgrund ihres selbstgewählten oder von außen zugeschriebenen Geschlechts (was Personen mit einschließt, die sich selbst gar keiner Kategorie unterordnen wollen oder können) als schwach wahrgenommen werden und die Erfahrung des Ausschlusses auf verschiedenen Ebenen und an verschiedenen Orten gemacht haben. Das gilt für die Action on Skates. Für Support in anderen Bereichen sind wir offen für alle!

Die Roller Grrrl Gang wird durch die aktive Beteiligung der Mitglieder gestaltet.

Dabei hat jede die Möglichkeit, sich so viel oder wenig einzubringen wie sie kann und möchte. Die Geschichte von Roller Derby ist eng verwoben mit der Riot Grrrl Bewegung und dem sogenannten 3rd-Wave-Feminism. Gerade die Verbindung von Strukturen die explizit Frauen* in ihrem Selbstbewusstsein bestärken und D.I.Y. (Do-it-youself), schafft die einzigartige demokratische Grundlage unseres Sports.

Für uns spiegeln sich die gesellschaftlichen Missstände überall wieder – auch im Sport.

Wir wünschen uns einen Raum, in dem folgendes keinen Platz findet:

 

  • ▪    Sexismus

  • ▪    Rumgemackere

  • ▪    Homo-, Bi- und Transphobie

  • ▪    Rassismus

  • ▪    Antisemitismus

  • ▪    Nationalismus

  • ▪    Ableismus

  • ▪    generell diskriminierendes und ausschließendes Verhalten z.B. aufgrund von sozialem Status, Alter, Gewicht/Körper/Äußeres usw.“

Wenn man vom Feminismus als wellenartige Bewegungen ausgeht (was ich durchaus als problematisch sehe, da die feministische Bewegung ein andauernder sich wiederholender Prozess ist, somit nie wirklich abgeschlossen war) dann lassen sich die Ziele, Forderungen, Fortschritte und Erkenntnisse der sogenannten dritten Welle des Feminismus etwa so beschreiben:

In der dritten Welle des Feminismus begann man, über den Unterschied zwischen Sex und Gender, also dem biologischen und dem sozialem Geschlecht zu sprechen. Es galt soziale Konstrukte zu hinterfragen. Warum soll ich etwas tun, basierend auf einem Geschlecht? Was ist, wenn ich mich anders zugehörig fühle?

Immer mehr wurde in dieser Zeit auch das Thema “Identität” an sich mit einbezogen. Sexualität, Hautfarbe und Herkunft wurden auch Themen der dritten Welle und mit der Gender-Thematik entstand der bis heute populäre “Queerfeminismus”. Der “Queerfeminismus” geht davon aus, dass Geschlechterunterschiede aus der Kultur heraus entstehen. Wenn man gewisse Normen überwinde, überwinde man auch die Unterschiede der Geschlechter.

 

Es ist auffällig, dass genau dieses queerfeministische Selbstverständnis etwa auch von der „Roller Grrl Gang“ aus Frankfurt auf ihrer Homepage deutlich markiert wird. Rollkunstlauf hat schon einmal nicht die gleiche Online-Präsenz, wie ich in meinem Google-Suchen-Marathon feststelle. Im Gegenteil: So heißt einer der Vereine zum Beispiel DJK Preußen - nichts gegen Preußen aber der Name löst in mir nicht das Bedürfnis aus Teil des DJK Preußen zu werden. Tatsächlich würde ich mich nicht besonders willkommen fühlen, denn der Sport richtet sich hier ausschließlich an „Mädchen“ und „Jungen“ ab 5 Jahren: 

„Bei uns können Mädchen und Jungen ab einem Alter von ca. 5 Jahren lernen sich sicher auf Rollschuhen zu bewegen.

Rollkunstlaufen ist eine elegante und kreative Sportart, zu vergleichen mit dem  Eiskunstlaufen. Beim Rollkunstlaufen spielen musikalische und  tänzerische Elemente, ebenso wie Konzentration und Koordination, eine  große Rolle.“

DJK steht übrigens für „Deutsche Jugendkraft“ und ich denke mir, dass ich wohl für heute genug Online-Recherche betrieben habe.

Ich verstehe natürlich auch, dass der Rollkunstlauf, der schon zur Jugendzeit meines Großvaters In war. In unserer Familie ist Rollsport ein Erbe das von Generation zu Generation weitergetragen wird und selbst von Großvater D. geschätzt und an seine Kinder weitergetragen bzw., um es genauer zu formulieren, aufgezwungen wurde.          Ich verstehe dass dies eine andere Online-Präsenz hervorruft, dass Rollkunstlauf immer die kleine unbeliebtere Schwester des Eiskunstlaufs war und ist, dass er immer da und nie wirklich da war, dass er nicht hip ist. Ich frage mich aber ob der DJK Preußen seine Inszenierung nicht umgestalten könnte, etwa mit einem Banner auf der Homepage, welches sagt: „All Queers are welcome“ oder so ähnlich. Würde sich mein Opa D. im Grabe umdrehen? Ich schätze nicht. Gewiss würde sich irgendein Rollschuh-Opa im Grabe umdrehen, aber das kann ja wirklich niemals die Ausgangslage für eine Argumentation sein, auch nicht für den DJK-Preußen. Woher kommt die Notwendigkeit für eine Sportart ein Selbstverständnis zu veröffentlichen? Wieso begreift sich Roller-Derby als Queer, als feministisch als anti-diskriminierend? Und wo ist dann das queere Potential im Rollkunstlauf? 

Sollte ich dem Rollkunstlauf erneut eine Chance geben?

„QUEERNESS IS NOT yet here. Queerness is an ideality. Put another way, we are not yet queer. We may never touch queerness, but we can feel it as the warm illumination of a horizon imbued with potentiality.“

Part 4 - Roll with it 

 

Rollkunstlauf mit Rollerderby zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen, möge man meinen. Nur weil bei beiden Sportarten Menschen auf Rollschuhen unterwegs sind und dabei vollen Körpereinsatz leisten, heißt das wohl nicht, dass dies genug Grundlage bietet zu untersuchen, warum das eine „Queer Liberation“ und das andere steife Rollen,- ( da geht ein Witz verloren) und Körperbilder schreit. Möge man meinen. Mit dem einen verbinde ich meine Kindheit, im anderen  sehe ich meine Zukunft und so kitschig und plakativ das auch klingen mag, bietet dies sehr wohl eine Ausgangsgrundlage.

 

 {„There is no sharper example of discrimination today than that which operates against girls and women who take part in competitive sports.“

—Sports Illustrated, 28 May 1973}

 

Today ist im Falle dieses Zitats, welchen den Anfang des Buches „Female Gladiators“ von Sarah K.. Fields markiert schon einige Jahre her. Ich empfinde auch die Erweiterung des Terminus girls and women durch BIPOC, Flint-Personen, Menschen der LGBTQIA+ Community, Disabled Bodies usw. als wichtig. Und dennoch trifft dieses Zitat einen Nerv (wenn auch von der Sports Illustrated verfasst). Bis 1970 verbot der DFB Frauen Fußball zu spielen. In den USA waren Vollkontaktsportarten wie Wrestling oder Boxen ebenfalls bis in die 70er Jahre streng verboten. Hat dies, wie Sara K Fields es sagt mit Geschlechterstereotypen zu tun: 

„In any case, raw aggression is thought to be the peculiar province of men, as nurturing is the peculiar province of women. (The female boxer violates this stereotype and cannot be taken seriously — she is parody, she is cartoon, she is monstrous. Had she an ideology, she is likely to be a feminist.“ Oder hat es mit einer gewissen homoerotischen Deutungsweise eng umschlungener Körper z.B. beim Wrestling zu tun? Ist es die Sexualisierung weiblicher* Körper und dennoch die Performance von Kraft und Stärke, die nicht zusammenpassen darf und durfte? Ist es die Wucht der Körper, die, ist sie einmal entfacht worden, nicht mehr rückgängig, nicht mehr ungesehen und ungeschehen gemacht werden kann? Ist es dann die große patriarchale Angst, diese Wucht nicht mehr kontrollieren zu können? 

 

Für mich als weiblich sozialisierte Person ist es nicht besonders leicht zu einer Gruppe dazu zustoßen und zu sagen: „Hier bin ich. Ich bin jetzt ein Teil von euch.“ Es fällt mir und anderen weiblich sozialisierten Personen ( as I heard ) schwer (einen) Raum für sich zu beanspruchen. Manchen Personen mag das leichter fallen als anderen, manche brauchen das sogar für ihr everyday-life, aber für mich muss es zunächst einmal die Gruppen geben, die sagen: „Hier bist du willkommen!“ ( nicht wie im Frauen*fußball vor 1970…) Ich konnte mir Räume früher besser claimen als heute. Ich finde, dass es ein gesellschaftliches Narrativ gibt, das besagt: „Du brauchst nur eine Gruppe, dann bist du glücklich“. Und nicht nur das: „Du musst dir ständig neue Gruppen suchen, sonst verpasst du etwas.“


Ich dachte früher und manchmal heute noch, dass die Leute aus meinem Dorf, in dem ich 19 oft sehr öde Jahre verbrachte, in denen ich nicht immer ganz ich selbst sein konnte ( auch wenn ich finde, dass das eine Aufgabe ist, die niemals so ganz erfüllbar ist), glücklich waren, weil sie ihre Gruppen gefunden hatten. Wenn man überlegt, dass alle Einwohner*innen dieses kleinen Kaffs im südlichsten Süden Deutschlands Teil irgendeiner Gruppierung waren, ist das schon sehr beachtlich. Ich war zugegebenermaßen oft neidisch. Ich hatte auf der anderen Seite aber auch keine Lust Teil des Fasnachtsvereins, oder des Fußballvereins oder der freiwilligen Feuerwehr oder des Fasnachtsvereins (ja, eigentlich gab es keinen Weg um die Rielasingener Narrenzunft herum) zu sein. Ich war doch in der Schule, reichte das nicht an Gruppenzugehörigkeit?                 Mein Nachbar war Handballtrainer und rekrutierte mich bei irgendeinem der unzähligen Straßenfeste, an dem sich alle Nachbarn besoffen in den Armen lagen und Matthias Reim Hits grölten, nur um sich am nächsten Tag wieder wegen eines zu hohen Carports gegenseitig anzuzeigen. Also spielte ich Handball und das machte Spaß. Das machte so lange Spaß, bis die einzige Person, die ich wirklich kannte und mochte aufhörte und ich „allein“ war. Ich glaube alle meine Teammates waren nett. Aber sie existierten auch in anderen Lebensrealitäten als ich, gingen auf eine andere Schule, trafen sich nach dem Training mit Boys und redeten über Menschen, die ich nicht kannte. Jedes Jahr musste ich aus mir bis heute unbekannten Gründen das Team wechseln, eine Jugend nach oben, eine Jugend nach unten. Das machte das Ankommen nicht leichter. Irgendwann mit sechzehn musste ich aufhören, weil ich mir bei einem Trainingsspiel alles im Bein gerissen hatte, was es da so gibt. Wenn ich an diese Zeit zurück denke, dann rückt die Wucht des Aufpralls an jenem Tag und der Schmerz des weggefetzten Meniskus in den Hintergrund und wird vom stetigen Gefühl des Nicht-Dazugehörens überschattet.

 

“In relation to bodies, the focus is shifted from the identity of bodies to their legibility. It poses the questions: For whom does a body become legible? Who sets the rules of intelligibility? This, as Robinson argues, is exactly where authority lies for the “deceiver” and the members of the insider group. For two concurrent methods of recognizing and acknowledging are taking place. While the dupe can only see the assumption of a place – here that of the “freak” – those belonging to the insider group are in the position to observe the crossing from one place to another, and to see how a person is created as a “freak” by means of a performance“

 

Renate Lorenz sagt also folgendes: „In Bezug auf Körper wird der Schwerpunkt von der Identität der Körper auf ihre Lesbarkeit verlagert. Das wirft die Fragen auf: Für wen wird ein Körper lesbar? Wer setzt die Regeln der Verständlichkeit?“ 

Und falls ihr euch fragt, wie das nun mit der Handball-Erfahrung zusammenhängt, und überhaupt wo denn jetzt der Bogen zum Rollsport geschlossen wird, dann kann ich darauf keine hundertprozentige Antwort geben, außer dass ich die Motivation vergleichen kann, warum ich dem Teamsport erneut eine Chance geben wollte,  nachdem die Handball-Erfahrung zwar sportlich super, gruppentechnisch aber eher schwierig war. Als ich vor Allem über mediale Kanäle von Rollerderby erfahren hatte, hatte ich ehrlich gesagt kaum Ahnung, was dort sportlich gemacht wird  und worum es geht. Manchmal kam es mir sogar so vor, als wüssten das die meisten Filmemacher*innen selbst nicht. Was mich gecatcht hat, war viel mehr die Repräsentation der Personen, die diesen Sport betreiben. Meistens FLINT-Personen, queere Personen mit coolen Kampfnamen, guten Frisuren und einer guten Portion Empowerment. Unterschiedliche Körperbilder, ohne dem Absprechen von körperlicher Fitness. 

Ich habe des Öfteren mit einer Freundin über den Zusammenhang von Körperbildern im Sport und der normativen Zuschreibung der Fitness und Stärke und Fähigkeit, eine Sportart auszuüben, gesprochen. Also wieso ein sportlicher Körper so oft mit einem dünnen, muskulösen Körper verbunden wird und wie absurd das eigentlich ist, da diese Eigenschaften für viele Sportarten gar nicht von Vorteil sind. Und dann musste ich an das erste Mal denken, als ich bei einem Probetraining des Rollerderby-Vereins war ( ja ich war ein Mal dort, dann kam Lockdown) und gemerkt habe, wie divers die Körper der Sportler*innen sind und wie ich allen instantly die absolute Fähigkeit, das absolute Beherrschen dieser Sportart zuschrieb. Und dann beim heimlichen Glotzen die Bestätigung erhielt. Die Lesbarkeit, von der Lorenz hier spricht wurde verqueert, erschwert, vielleicht sogar obsolet, denn die Rezeptionsweise hatte einen Shift bekommen, der „Deceiver“ war ich und ich war beeindruckt. Und die „freaks“ von denen sie spricht: Vielleicht waren es alle Anwesenden, mich miteingeschlossen.

Und dann kam ich nach Hause und kramte in alten Kisten um meine Erinnerung an den Rollkunstlauf mit Bildern, die ich von der Zeit hatte, abzugleichen. Ich sah glücklich aus auf Rollschuhen, aber irgendwie auch ein bisschen fehl am Platz. Auf einem Bild bin ich etwa 6 Jahre alt, die Haare mit Spangen zusammengehalten, ein dünner Körper im Tigerkleid und ein konzentriertes Gesicht. Lol. Bin das wirklich ich?

Part 5 -  Rolling in the deep

Ist es der Aspekt des Teams, welcher Rollerderby so queer macht, oder der des Vollkontaktsports, der bis in die 70er für Frauen* noch verboten war? Ist es die direkte Adressierung an FLINT*-Personen, die große Inszenierung in Form von Schminke, Style und Kampfnamen, das Erfragen von Pronomen bereits bei der Anmeldung zum Probetraining? Die Solidarität zwischen den Teams? Macht das den Sport queer? 

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Wahrscheinlich trifft alles zu. Geht es denn primär um den Begriff der Queerness, einen Begriff der so schwer greifbar ist und sich nur in Bezug zur Norm setzen lässt?

“Rather than being defined by what it is, "queer" is often defined in opposition to that which it is not - primarily that which is normative. It "does not name some natural kind of referent to some deterministic object, [but] acquires its meaning from its oppositional relation to the norm“.

Vielleicht geht es um mehr, als einen Begriff. Ich glaube Roller Derby ist ein Safe Space, einer den ich in der Dorf-Mannschaft meines Handball Teams vermisst habe und der mir so fern war, damals vor über zwanzig Jahren als kleines dünnes Persönchen auf Rollschuhen. Wenn Roller Derby ein queerer Sport ist, ist Rollkunstlauf dann ein normativer, Sport?
Rollkunstlauf-Verfechter*innen werden sagen: Quatsch, Rollkunstlauf ist sowas von gar nicht normativ. Schaut euch mal Eiskunstlauf an, da werden doch Geschlechterrollen sowas von reproduziert und die Dresscodes sind noch strenger! Und die Eiskünstläufer*innen schreien: Have you heard of Ballet??

Und dann sind wir wieder am Anfang. 

Vielleicht ist aber auch das Problem, dass man ja nicht weiß ob man der nonbinären Person jetzt das Kleidchen oder das enge Höschen anzieht für die Meisterschaft. Und ja wahrscheinlich ist es das, warum sich der Rollkunstlauf für mich als queere Person gerade nicht als Safe Space anfühlt. Es ist ja nicht der Dresscode. Ich glaube schon, dass ich mir heute aus dem Stoff des Tigerkleids was neues, hübsches nähen würde, wenn es denn mehr Stoff wäre und ich nähen könnte.

Die Frage nach dem Dresscode resultiert aus einer ganz anderen Frage, nämlich: Was hat Rollkunstlauf mit Geschlecht zu tun, oder eher Was hat Sport mit Geschlecht zu tun, oder eher Was ist Geschlecht oder eher Warum ist Geschlecht und Warum im Sport?

 

Ich will mich auch nicht in den Profi-Sport einmischen, es geht gerade viel mehr darum, welchem Sport ich in Zukunft hobbymäßig nachgehen möchte. Aber eines ist schon bezeichnend: Ich war bei meinen Eltern und mache den Fernseher an, Thomas Hitzlsberger, Ex-Fußballprofi sagt irgendwas zum Thema Fußball. Aus familiären Reihen kommt: Ist das der schwule Fußballer? Und Thomas Hitzlsberger wird für immer als DER Fußballer in die Analen der Fußballgeschichte eingegangen sein. Aber nicht DER Kopfballstarke, DER Abwehrkönig oder DER schnellster Schießer ( man sieht, ich kenne mich nicht gut genug mit dem Sport aus), sondern als DER, der sich getraut hat sich zu outen. 

„Mein gesunder Menschenverstand sagt mir natürlich, dass das im 21. Jahrhundert jeder frei ausleben sollte. Ich weiß aber nicht, ob ich jemandem raten würde, sich als Aktiver zu outen.“

Sagt Toni Kroos in einer Kampagne, die sich LGBTQIA* aktivistisch mit Fußball auseinandersetzt.

Das führt jetzt vielleicht zu weit, aber ich denke an ein Gespräch mit meiner Schwester ( ja genau, die Schwester deren Arm ich auf Rollschuhen zertrümmerte). Wir sitzen am Tisch. Es ist Weihnachten und bereits 3 Uhr nachts. Wir sehen uns kaum und eigentlich reden wir nicht oft über deepe Sachen, aber wir haben die Weinflasche auf dem Tisch, die deepen Themen kommen also auch auf den Tisch. Wir reden über unsere Schulzeit unser damaliges soziales Umfeld und natürlich über den Sportunterricht. Sie fragt mich, ob es komisch für mich war vor und nach dem Sportunterricht in der Umkleidekabine. „Ja.“ sage ich. Irgendwas löst sich dabei in mir, es ist Erleichterung. Erleichterung über diese Frage. „Für dich nicht?“ „Ja, doch“. Sagt sie. „Aber für dich war es doch sicher anders schwierig?“ „Ja.“ Sage ich. „Anders schwierig, durchaus.“ Dann knallen wir uns noch mehr Wein rein. Er schmeckt uns beiden sehr gut. Am nächsten Tag eben Fußball und Hitzlsberger und es erklingen Wortfetzen in meinem Kopf von Fußballern, die sagen: „Schon okay aber bitte nicht in der Umkleide.“ „Also gemeinsames Duschen  fänd ich dann schon auch komisch.“ Oder so ähnlich. Ich stelle mir vor wie sie sprechen, aber eigentlich ist es meine eigene Stimme die ich in meinem Kopf verstelle, um es noch lächerlicher zu machen. Es ist aber nicht lächerlich, es ist omnipräsent. 

Ich frage mich, worum es beim Sport geht, dass Homosexualität ein entscheidender Faktor wäre und dann bemerke ich den Rattenschwanz, der da mit dran hängt und irgendwie checke ich, das Sport ( ganz verallgemeinert) auch nur ein kleiner Kosmos ist, welcher jedoch exakt so funktioniert wie der große Kosmos, in dem wir leben. Oder wie es Heinemann treffend zusammenfasst: „Sport ist körperliche Bewegung, Sport unterliegt dem Leistungsprinzip, Sport ist durch soziale Normen geregelt, Sport ist unproduktiv!“ 

 

Ich denke an die Läuferin Caster Semenya, bei der es eine riesige Diskussion um ihr „wahres Geschlecht“ gab und sich viele Menschen das erste Mal mit dem Thema Intersexualität auseinandersetzen mussten. Auseinandersetzen ist vielleicht zu hoch gegriffen, denn eine wirkliche Auseinandersetzung gab es nie.  

 

Diese Leistungssteigerung, diese tiefe Stimme, das Aussehen, alles dubios.“ So begannen selbst seriöse Zeitungen Artikel über die Südafrikanerin. Dubios? Hat sich hier etwa ein Mann unter Frauen geschmuggelt? Ein Betrüger? Ein Krimineller? Nachdem das Geschlecht von Caster Semenya in aller Öffentlichkeit angezweifelt und ein „Sextest“ angeordnet worden war, mit dem Ergebnis, dass sie wohl intersexuell ist, fand sich die 18 Jahre alte Südafrikanerin in der Schmuddelecke wieder, doch dort gehört sie nicht hin.

 

Was nicht binär einzuordnen ist ist schwierig für Gesellschaft und undenkbar für den Sport. Wenn Heinemann von Normen spricht, spricht er auch von normierten Körpern und das bedeutet den Ausschluss nicht-normierter, nicht normierbarer, queerer Körper.

War die Wucht, die ich spürte als ich mit gefühlt 100km/h in meine ahnungslose, jedoch unverschämte Schwester krachte, der Regelverstoß? Die Lossagung von einer Norm, einem normierten Körper und dem Regelwerk, das es einzuhalten gilt? Kam diese Wucht als Reaktion auf die Worte meiner Schwester, die mir sagte, ich sei wider diese Norm. ( Ich glaube ich behalte für mich, was genau sie mir entgegen schrie, beenden wir diesen Text diesbezüglich mit einem good old, befriedigenden offenen Ende). War die Wucht der Knoten, der geplatzt war? Die Einsicht? Das damit verbundene Empowerment? Der Sprung aus dem eigenen Körper oder einfach bloße Wut? Ich weiß es nicht. Belassen wir es diesbezüglich bei einem good old, befriedigenden offenen Ende.

 

Ob ich noch einmal zum Rollkunstlauf zurückkehren würde? Ob bald die queere Liberation des Rollkunstlaufs kommt, bevor sich die ganze Sportart in Luft auflöst ( Sorry, Opa D.)? Ich weiß es nicht. Es gibt kaum etwas schöneres als Menschen im 80’s-Look, die zu cooler Musik auf bunten Rollschuhen gen Abendhimmel fahren und dabei so unbeschwert aussehen. Das will ich natürlich sein und jeden Tag sehen, aber muss dann nicht der Mini, oder nicht ganz so Mini-Kosmos Sport ein Safe Space für alle Queers und für alle Körper werden? Ja. Aber wird das bald passieren? Ich weiß es nicht. Nicht so bald auf jeden Fall und nicht Sport als dieses riesige Gefüge. Nicht auf einmal. Ich glaube der DJK Preußen braucht noch ein paar Jahre, bis er versteht, dass nicht nur „Jungen“ und „Mädchen“ gerne auf Rollschuhen stehen. Und wenn irgendwann auf der Website des  DJK Preußen steht: „Alle sind Willkommen und niemand wird aufgrund von Körper, Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität, Geschlechtsidentität usw. diskriminiert“, dann bin ich dabei. Dann lerne ich alle Küren wieder von Beginn an. Mein Körper wird es schon irgendwann wieder können. Bis dahin versuche ich es mit Rollerderby, den coolen Outfits,  der Awareness, den coolen Kampfnamen und der Wucht, die bis in die Knochen geht.

 

 

Part 6 -  Ende - Good Times Roll

 

GOOD TIMES ROLL

 

Let the good times roll

Let them knock you around

Let the good times roll

Let them make you a clown

 

Let them leave you up in the air

Let them brush your rock and roll hair

Let the good times roll

Let the good times roll-oll

Let the good times roll

 

Let the stories be told

Let them say what they want

Let the photos be old

Let them show what they want

 

Let them leave you up in the air

Let them brush your rock and roll hair

Let the good times roll

Let the good times roll-oll

Won't you let the good times roll